Montag, 29. Juni 2015

ISO Automatik - pfui bäh? von wegen

Ein guter Fotograf wird niemals die Auto ISO Funktion benutzen!! Richtig?

Noch vor kurzem war ich der Meinung, dass die ISO Automatik was für Anfänger sei. Eingebaut in die Kamera um schlechte Bilder zu erzeugen. Doch ich habe mich eines besseren belehren lassen.

Denn, wie so oft, hängt es von den Umständen ab.

Schauen wir uns aber zuerst mal an was diese Funktion macht.  Die ISO Automatik erhöht die Lichtempfindlichkeit, also den ISO Wert, wenn nicht mehr genug Licht für die gewählte Einstellung vorhanden ist. Dabei wir eine Mindestbelichtungszeit vorgegeben. Diese ist bei neueren Modellen nicht starr, sondern kann auch in Abhängigkeit der verwendeten Brennweite eingestellt werden.



Die genaue Funktion ist abhängig von der benutzten Automatik. Bei der Zeitautomatik wird in eine Mindestbelichtungszeit vorgegeben. Diese ist entweder starr (alte Kameras) oder kann von der benutzten Brennweite abhängen. Ist jetzt für diese Mindestbelichtungszeit zu dunkel, dann wird die Lichtempfindlichkeit soweit erhöht, dass es passt.

Bei der Blendenautomatik ist es ähnlich. Hier wird allerdings die Zeit direkt vorgegeben. Die ISO Automatik wird jetzt die Lichtempfindlichkeit erhöhen wenn die offene Blende nicht mehr ausreicht.

Im manuellen Modus wird es besonders interessant. Hier wird die Lichtempfindlichkeit erhöht, wenn die gewählte Kombination von Zeit und Blende zu dunkel ist.

Ja richtig gelesen, im manuellen Modus haben wir auf einmal eine Automatik! Wer gezielt belichten möchte sollte tunlichst die Finger von der ISO Automatik lassen, denn ansonsten fängt die Kamera wieder an das einfallende Licht zu messen und dreht an der Lichtempfindlichkeit.

Zu Zeiten als Kameras bei höheren ISO Zahlen noch fürchterlich gerauscht haben, war mir die ISO Automatik suspekt. Ich wollte wissen was gerade passiert und wie viel Rauschen ich mir einhandele.

Aber mal ehrlich. Wenn ich die Wahl zwischen einen verwackelten und einem verrauschten Bild habe, dann nehme ich das verrauschte. Mit anderen Worten ich drehe selbst an der Lichtempfindlichkeit um auf annehmbare Werte zu kommen. Das kann auch die Automatik. Wirklich sinnvoll wird sie, wenn es wieder heller wird. Öfters habe ich vergessen die Lichtempfindlichkeit wieder runter zu drehen, obwohl genug Licht vorhanden war. Rauschen for nothing. Mit der Automatik passiert das nicht.

Ganz wichtig finde ich sie allerdings, wenn ich in schlechtem wechselnden Licht Bewegung fotografiere. Hier brauche ich Belichtungszeiten die nicht mal annähernd in die Mindestzeiten der Brennweite (also 1/Brennweite)  heranreichen. In so einem Fall nimmt man am besten die Blendenautomatik und stellt eine kurze Belichtungszeit ein. Also 1/250 für Tiere welche sich wenig bewegen, 1/1000 für Tiere in Bewegung. Normalerweise wählt man jetzt eine hohe Lichtempfindlichkeit und hofft das alles passt. Wechselt das Licht, wird es etwas heller, dann arbeitet man mit unnötig hohen Werten.  Mit der ISO Automatik hingegen werden die ISO Werte automatisch reduziert und die Bildqualität nimmt zu.

Möchte man jetzt noch ein wenig Tiefenschärfe, also weg von der offenen Blende, dann wird der manuelle Modus interessant. Hier kann ich Zeit und Blende nach belieben festlegen. Schalte ich jetzt die ISO Automatik ein, dann wird die Kamera das Licht messen und mit der Lichtempfindlichkeit die Helligkeit des Bildes regulieren.

Die ISO Automatik bekommt dabei eine völlig andere Bedeutung.

Probiert es mal aus...


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